Die Träume des Herrn Tiefensee

Ende Mai fand das erste Weltverkehrsforum in Leipzig statt.
Auf diesem Forum forderte unser aller Verkehrsminister Tiefensee einen „100-km-Radius für Lkw“.
Das heißt, dass Lkw nur in einem 100-Kilometer-Radius fahren dürfen. Bei größeren Entfernungen sollten die Güter mit der Bahn transportiert werden.

Dabei übersieht er, dass selbst für die Deutsche Bahn AG ihr „Schienenverkehr“ auf Relationen bis zu 120 km aus Lkw-Verkehr als kostengünstigeres und flexibleres Verkehrsmittel besteht.

Vielleicht träumte er ja noch von der DDR – dort war per Gesetz festgelegt, dass Gütertransporte über 50 Km mit der Bahn oder dem Schiff zu erfolgen haben. 78% aller Gütertransporte erfolgten per Bahn.

Nur wie sieht es heute aus?

Im EU – Durchschnitt sind Waren per Bahn mit der Geschwindigkeit eines mittleren Radfahrers unterwegs- mit 14 Km/h.
Starres Tarifsystem, nicht dem Bedarf angepasste Fahrpläne, fehlende Rationalisierung und andere Versäumnisse beschleunigen den Niedergang.

So ist eine massive Verlagerung des nationalen Güterverkehrs und des europäischen Transitverkehrs von der Straße auf die Schiene nicht zu bewältigen.

Also Herr Minister: machen Sie Ihren Job richtig und schaffen Sie erst einmal die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür…

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2 Antworten

  1. Vielleicht sollte man erst einmal die Transitgüter auf die Schiene verlagern. Das wäre dann auch wesentlich einfacher umzusetzen: Von Ost nach West, von Nord nach Süd (bzw. entgegengesetzt). Würde man zumindest diese beiden Achsen vermehrt auf die Bahn verlagern, wäre schon einmal ein großer Teil geschafft.

  2. Dann höre ich jetzt schon sämtliche EU-Nachbarländer krakeelen, wenn deren Güter nur noch auf der Schiene durch Deutschland dürfen, von wegen Wettbewerbsbenachteiligung und so!

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