Tiefensee will mehr Lkw – Überholverbote

Bundesverkehrsminister Tiefensee will auf wesentlich mehr Autobahnabschnitten Lkw – Überholverbote verhängen.

Er sagte in einem Interview der „Bild am Sonntag“: „Mein Ziel ist, dass sich Lkw und Pkw auf den Autobahnen weniger in die Quere kommen. Dazu brauchen wir getrennte Spuren. Auf stark befahrenen Autobahnen sollten die Lastwagen ausschließlich die rechte Spur benutzen, alle anderen Spuren gehören den Autos.“

Auf die Frage, wie er das umsetzen will, sagte er: „Durch mehr Überholverbote für Lastwagen. Ich habe das Thema mit meinen Ministerkollegen in den Ländern schon erörtert, ich will da vorankommen. Ich dringe darauf, dass weitere Verbote noch in diesem Sommer ausgesprochen werden!“

Das Tiefensee schneller redet als er denkt, ist allgemein bekannt. Schade ist nur, dass man sich nicht dagegen schützen kann.
Es kotzt mich so langsam an, dass ich nicht nur meinen Beruf einigermaßen „störungsfrei“ ausüben kann und ich mich immer mehr für eben diesen Beruf rechtfertigen muss, sondern auch immer mehr bevormundet werde.

Mit Verkehrssicherheit hat das schon lange nichts mehr zu tun. Ich bin es leid, für die Versäumnisse unfähiger Politiker verantwortlich gemacht zu werden.

Aber immerhin kann man aus dem unermesslichen Beamtenfundus wieder viele Kontrollbeamte abstellen, die die Einhaltung dieser neuen Lkw – Überholverbote überwachen…

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9 Antworten

  1. eine „Highway Patrol“ nach amerikanischem Vorbild hier in Deutschland… na, da wart ich drauf.
    Könnte man ja privatisieren. Im nächsten Schritt den Unterhalt der passenden Autobahnabschnitte gleich mit. Mit Maut für alle.

    Hallo liebes Sommerloch, schön dass Du wieder da bist…

  2. Verkehrsminister zu sein, ist halt ein undankbarer Job. Da nimmt man halt Leute, denen man von vornherein nichts zutraut, da tut es nicht so weh, wenn die wieder ihren Stuhl räumen müssen.

  3. >>> Es kotzt mich so langsam an, dass ich nicht nur meinen Beruf einigermaßen “störungsfrei” ausüben kann und ich mich immer mehr für eben diesen Beruf rechtfertigen muss, sondern auch immer mehr bevormundet werde.

    Das kann ich verstehen, selbst als Pkw – Fahrer. Ich will mir nicht vorstellen wie es ist, zik Kilometer hinter einem anderen herfahren zu müssen, ohne eine Möglichkeit zu haben, diesen zu überholen.
    Klar ist es manchmal mühsam hinter überholenden Lkw zu fahren, aber ich weis das ich danach wieder freie Fahrt habe.

  4. Unser kleiner Tiefensee…….!
    Problem ist, dass er mit solch einer dämlichen Forderung sogar noch von diversen Clubs und Verbänden unterstützt wird, die 100% pro PKW eingestellt sind!

    „alle anderen Spuren gehören den Autos“ ist eine gemeingefährliche Aussage!
    Ich versuche mir gerade vorzustellen was passiert, wenn sich da (wie allzu häufig) ein PKW-Schleicher mit 75 km/h zwischen die LKWs drängelt, weil er die Autobahn mit einer Landstr. verwechselt………….ob der das überleben wird?
    Und wie hat sich das der Onkel Tiefensee mit den Auf- und Abfahrten vorgestellt??? Alle 500m darf dann eine LKW-Kollonne wegen PKWs voll in die EIsen gehen, weil die mit 60 km/h auf die Autobahn drauftuckern (falls Sie überhaupt noch drauf kommen)?

    Diese Forderung ist ausgemachter, geistiger Dünnschiss eines noch unfähigeren Politgangsters, der noch nie in seinem Leben mal im Führerhaus eines LKWs gesessen hat (und wenn dann auch nur auf einer Messe)!

    Auch die Umwelt dürfte sich bedanken, wenn LKWs mit 12 bis 20 Litern Hubraum (und noch mehr) ständig abbremsen und wieder beschleunigen dürfen, anstatt gleichbleibend schnell durchzuziehen.

    Irgendwann wird man die ersten Kollegen mit einer Hartholzkeule aus den LKWs springen sehen, wenn sie das 100ste Mal am Tag durch einen PKW ausgebremst wurden, da bin ich recht optimistisch, denn was in diesem Lande mit dem Beruf Kraftfahrer gemacht wird, grenzt bereits gewaltig an einer Dauernötigung……!

  5. Nachtrag:
    Wer Tiefensee mal seine Meinung geigen will, findet hier sämtliche Kontaktdaten.

  6. Autobahnen sind Transportwege und keine Rennstrecken.

  7. Netter Gedanke, den unser Bundesverkehrstheoretiker da hatte. Keine Elefantenrennen mehr, keine LKWs, die 50m vor Beginn eines Überholverbotes noch schnell ohne Rücksicht nach links ziehen, traumhaft!
    Aber es spricht auch einiges dagegen, eure Argumente sind schon schlüssig.
    Aber absoluter Schwachsinn ist das zuletzt geäußerte Argument daß ein Tempolimit notwendig wäre, weil die Diskrepanz in der Geschwindigkeit zwischen PKW und LKW zu groß wäre und dadurch Unfälle passieren.

  8. Das Problem unserer Gesellschaft ist die Gesellschaft selbst!
    Fast alle Probleme sind hausgemacht!
    Niemand sieht die Aufgabe, welche ein LKW zu absolvieren hat. Niemand macht sich einen Schädel, wie die Waren in den Laden kommen!
    Unsere Gesellschaft ist auf Pünktlichkeit ausgelegt, in jeder Hinsicht. Sei es bei Reparaturen am Auto, wofür Teile aus Japan geholt werden müssen, oder aber die täglichen Brötchen, die u.a. Mehl benötigen, welches aus Süddeutschland kommt!
    Es scheitert schlichtweg an dem §1 der StVO und dessen Umsetzung! Was Deutschland braucht in kein Regelwerk, um das wichtigste Transportmittel Europas auszubremsen, sondern vielmehr eine breit ausgelegte Kampagne zur Aufklärung über die Wichtigkeit dieses Fahrzeugs! Es gibt nunmal Dinge (Geschwindigkeit, Größe sprich Platzbedarf, „etwas“ größerer Wendekreis etc), welche einen PKW kurzfristig einschränken, aber immer gleich Verbote zum „Schutze der Allgemeinheit“ aufzustellen beweist lediglich nur die Unfähigkeit, sich in komplexe Abläufe hineinversetzen zu können, welche unabdingbar sind.
    Je mehr Verbote der LKW und dessen Fahrer zu beachten hat, umso schlimmer wird es auf Deutschlands Straßen werden, denn eines lernt der PKW-Fahrer sehr schnell, nämlich das, was der LKW nicht darf!
    Vielmehr muß eine Basis geschaffen werden, dass das Verständnis für den LKW geschärft wird, denn die Regierung kann tun und lassen, was sie will – der LKW wird nicht verschwinden (auch wenn es sich die Bahn so wünschen würde), denn die Bahn ist grundsätzlich nicht in der Lage, das heutige Transportvolumen der Straße termingerecht zu bewältigen, da zu kostenintensiv.
    Da auch Deutschland auf Zukunft/Fortschritt baut und nicht auf Rückschritt, hoffe ich nachwievor darauf, dass es irgendwann mal jemanden in der Regierung geben wird, der aus dem Fach kommt und die WAHREN Probleme erkennt, denn Falschmeinungsbildung über den LKW betreibt die Regierung mit all Ihren Organen nebst der Presse schon viel zu lange…..

  9. Nachtrag zum Tempolimit:
    Als Deutschland noch Spaß machte und man zig Kilometer ungebremst über die Autobahn heizen konnte, war ein Tempolimit nicht nötig.
    Jetzt, wo der gesamte Verkehr seit 1980 um ca 350% gestiegen ist und die Autobahn eben nicht mehr so frei ist, ist eine Überlegung zum allgemeinen Tempolimit nicht abwegig, denn Fakt ist, dass man die theoretische Endgeschwindigkeit eines großen PKW kaum noch länger als 2 bis 5 Sekunden halten kann.
    Das liegt aber nicht zuletzt auch an der konsequenten Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebotes, welches im übrigen auch für PKWs Gültigkeit hat.
    Ich bin mir fast sicher, dass Deutschland auch zukünftig ohne ein generelles Tempolimit auskommen würde, wenn zumindest Mittelspurschleicher und Verkehrsbremser konsequent verfolgt werden würden, denn wenn ich als Gefahr eines kennengelernt habe, ist es der Mittelspurschleicher, der ohne Rücksicht auf Verluste seine Geschwindigkeit fahren will! Das übrigens nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf der Land- und Kraftfahrtstraße!
    Durch solche werden andere nämlich erst animiert, waghalsige Manöver zu absolvieren.

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