Runter vom Gas

Mehrmals im Jahr gibt es Kampagnen an deutschen Autobahnen, die mit Plakaten begleitet werden. Seit einigen Monaten läuft die Aktion „Runter vom Gas“.

Damit soll gegen unangepasste Geschwindigkeit (Raserei) im Straßenverkehr aufmerksam gemacht werden.
Mit illustrierten Todesanzeigen (siehe Plakat) und schockierenden TV-Spots soll der Auto fahrende Bürger dieses Landes wieder einmal diszipliniert werden, angesichts von immer noch 5000 Verkehrsopfern jährlich eine vielleicht richtige Kampagne.

Wie seht Ihr das – sind solche Aktionen richtig oder einfach nur unnütz? Bewirken solche Plakate am Straßenrand überhaupt etwas?
Oder ist das wieder einmal nur Verschwendung von Steuergeldern….

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12 Antworten

  1. Ich denke, dass schon viele Leute, die zu flott unterwegs sind, darüber nachdenken, wenn sie sowas sehen. Es wird aber immer einen unverbesserlichen Teil geben, den so etwas einen Dreck interessiert. Und das sind meistens dann die, die Unfälle mit Unschuldigen verursachen.

  2. Ich sehe speziell dieses Thema immer mit ganz großen Magenschmerzen, denn „Rasen“ allein ist nicht gefährlich!
    Gefährlich wird es erst dann, wenn der rückwärtige Verkehr nicht beobachtet wird und/oder gewisse Verkehrsteilnehmer „aus erzieherischen“ Gründen mal eben einen „Raser“ ausbremsen müssen!
    Was ist eigentlich die genaue Definition des Rasens?
    Schnelles Fahren? Schnelleres Fahren als der Durchschnitt?
    Es werden in den letzten Jahren die Pferde immer von hinten aufgezäumt – erstmal muß das Rechtsfahrgebot (auf diesem baut jede andere Regelung ja erst auf) KONSEQUENT durchgesetzt, kontrolliert und geahndet werden – vorher sind alle anderen Diskussionen eher unsinnig.
    Solche Schilder bringen m.E. garnichts, denn typisch deutsch: „Tja, der konnte halt kein Auto fahren“!

  3. Ich denke auch, dass das überhaupt nichts bringt. Mittlerweile schwenke ich aus anderen persönlichen Gründen eher dazu ein, auch mal längere Strecken mit nur 140 über die Autobahn zu gleiten, doch ich wäre z.B. total gegen ein allgemeines Tempolimit und bin im tiefsten Herzen immer noch ein Schnellfahrer (180; bei einem richtigen Auto auch mehr).

    Schnelles fahren alleine macht aber wirklich noch keine Gefahr. Es ist gerade toll, wenn man auch noch bei mitteldichtem Verkehr problemlos und kooperativ fahren kann. Das bezeichne ich als einen Zustand, bei dem z.B. eine Gruppe Schnellfahrer (die sich z.B. innerhalb einer Minute Zeitabstand befinden) aufeinander achtet, also schnellere mal noch vorm Überholen vorbei lässt oder auch vom Gas geht, damit der Vorherige von der mittleren auf die linke Spur wechseln kann etc. Wenn dann auch noch die langsamen Fahrer nach hinten schauen und das Rechtsfahrgebot berücksichtigen, hat echt jeder was davon. Leider ist das nicht immer so bzw. die seltene Ausnahme.

    Ich habe bisher drei Situation gehabt, in denen ich einen großen Geschwindigkeitsunterschied erst im letzten Meter ausgleichen konnte, dem Vordermann also quasi schon auf der Stoßstange gehangen habe. Die Situationen haben sich alle geähnelt: Eine nahezu leere Autobahn (ca. <10 Fahrzeuge pro Minute?) und jemand der nach einer Hinterherfahrt hinter einem LKW plötzlich auf die linke Spur wechseln muss (1x bei ca. 80-90 und 1x direkt nach der Auffahrt mit ca. 50-60) bzw. 1x im Abfahrtsbereich eines Autobahnkreuzes sich nicht entscheiden kann und mit ca. 20-30 bei drei Autos einen Zieharmonikaeffekt auslöst – einer mehr und es hätte geknallt.

    Es sind solche und ähnliche Situationen, in denen direkt eine Gefahr bzw. eine eventuell gefährliche Situation hervorgerufen wird. Heute hatte ich auch wieder einen vor mir, der in einer langen Kolonne bei ca. 120 ca. 300m Abstand gehalten hat und absolut nicht nach rechts wollte. Gut da rege ich mich gar nicht mehr auf, ich musste eh kurz darauf abfahren. Chronisches Langsamfahren wird auch eher auf Landstraßen zur Gefahr, penetrante Dauer-60-Fahrer gehen mir echt total auf die Nerven. Kürzlich habe ich auch noch jemanden erlebt, der innerorts kaum über 20 gekommen ist, hat wohl den zweiten Gang nicht gefunden.

  4. Solche Schilder bringen keinen messbaren Effekt. Sie kosten nur Geld.
    So meine Meinung.
    Es ist vielleicht etwa das selbe wie mit den Aufschriften auf Zigarettenpackungen. Die Zahl derer, die sich dadurch vom Rauchen abhalten lässt, ist wahrscheinlich verschwindend gering. Erst wenn Zigaretten zu teuer werden, hört man vielleicht auf.
    Und erst wenn rücksichtsloses Fahren konsequent verfolgt wird und die Strafen dafür hoch sind, denken die Leute vielleicht um.
    Ich glaub nicht, dass durch diese Schilder etwas passiert. Die Kampagne von vorher („Raser haben soviel Grips“) war ja auch eher lächerlich…

  5. Also mich treffen diese Bilder schon. Aber ich bin auch keine Raserin, ich fahre eigentlich sehr human und vor allem angepasst an die Witterung etc.
    Ich finde es gut, dass es ab und an solche Kampagnen gibt, weil die die Menschen aufrütteln. Ich glaube, man verdrängt die Gefahren im Straßenverkehr gerne und wird so immer mal wieder daran erinnert, wie gefährtlich das Fahren ist.
    Allerdings glaube ich auf der anderen Seite auch, dass es die, die es eigentlich ansprechen sollte, die Raser, nicht wirklich interessiert und tangiert. Die sind unverbesserlich, das Schicksal anderer interessiert sie nicht solange es sie nicht selbst trifft.

  6. Völlig unnütz. Ich schaue mir die nicht mal an.

  7. Ich finde solche Schilder bringen nichts, die, die sie während des Fahrens lesen, rasen nicht und die, die rasen, lesen/beachten die Schilder nicht.

    Viel schlimmer als Raser finde ich allerdings Autofahrer, die z. B. auf der mittleren oder linken Spur rumtrödeln oder den Verkehr nicht beachten und deswegen andere Autofahrer in gefährliche Situationen bringen.

  8. Diese „Todesanzeigen“ sind ein Witz und verursachen möglicherweise sogar (Auffahr-)Unfälle. Die Schrift unter den Namen ist so klein, daß man sie kaum lesen kann, also heißt es abbremsen um sie zu lesen. Was soll der Unsinn? – Das einzige Plakat, daß auf mich motivierend gewirkt hat, war das mit der Titanic und der Frage „Auch zu schnell?“. Witzig und einprägsam. Ach ja, ich fahre üblicherweise nicht besonders schnell, 120 km/h mit Tempomat und immer schön rechts. (Damit mein Diesel lange hält.) Wenn die Gefahr besteht andere zu behindern, dann auch mal schneller oder eben langsamer. Getreu dem Spruch meines Fahrlehrers „Fahr fuffzig! In der Stadt der Stadt fährste fuffzig und wenn die andern sechzig fahren fährste auch sechzig.“ Im übrigen schließe ich mich Mumpakl an. Und Inselchen hat auch recht. Gestern habe ich bei Kassel einen schwedischen Wohnmobilfahrer aufwecken müssen, der mit 90(!) auf der mittleren Spur rumtrödelte. Vor ihm die rechte Spur weithin frei und alle anderen mußten sich links an ihm vorbeizwängen.

  9. Vielleicht sollte man die Unfallwracks auf Plakate abbilden. Im übrigen frage ich mich, wer sein Foto für „Todesanzeigen“ zur Verfügung stellt?

  10. nein Rene, Unfallwracks, zerstückelte Leichen u.dgl., also Bilder, die uns vielleicht (übelst) erschauern lassen, sorgen bei einigen (B…-Leser-Reporter u.dgl.) nur für eine Erektion.
    Insofern halte ich diese Plakate, wegen einer gewissen Zurückhaltung, noch für gerade akzeptabel.

  11. Ich finde die Kampagne so schlecht nicht, sie ist dezent und dennoch einprägsam (für diejenigen, die eh schon nicht mit über 200 unterwegs sind, für die, die bisher auch rücksichtslos fuhren, sehe ich allerdings Hopfen und Malz verloren). Besser als dieser »Raser sind sooo sexy«-Quark.

    @ Rene: Plakate mit Unfallwracks mit (Kunst-)Blut und allem hat man – meine ich mich zu erinnern – mit Erfolg in den Niederlanden eingesetzt.

    Wer solche Bilder zur Verfügung stellt? Meistens Bildagenturen. Die Gestalter suchen einfach aus einem Pool von Stockmaterial das Geeignete aus. Nur noch selten werden explizite Fotoshootings von beispielsweise Familien gemacht. Ich kann mir aber vorstellen, dass in diesem Fall auch Models gebucht und gegen Honorar fotografiert wurden. Einfach »sein Foto zur Verfügung stellen« wird wohl kaum jemand machen 🙂

  12. Ich kann den Plakaten auch nichts abgewinnen. Wenn ich Todesanzeigen sehen will, kann ich in die Zeitung schauen, da stehen auch genug drin von jungen Leuten. Deswegen finde ich das schon etwas geschmacklos. Das mit der Titanic hörte sich schon viel cooler und einprägsamer an. Die richtigen Raser wird die Plakate sowieso kalt lassen.

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