Keine Lust…

Am nächsten Morgen hatte mich die Realität wieder – der Rest der Ladung bestand aus Mülltonnen. Die Teile mußten am Gemeindehof eines kleinen Dorfes namens Mandela in den Abruzzen östlich von Rom abgeladen werden.

Gegen 8.00 Uhr kam ich dort an. Von den Mitarbeitern war natürlich noch keiner da. Also war warten angesagt…

Um kurz vor 9.00 Uhr trudelte der erste ein, kurz danach der zweite. Nach einem Espresso besah man sich die Ladung und…

…nichts passierte!

So richtig Lust dazu hatten die nicht – halt wie in Deutschland auch.

Nun kam ein etwa 80 – jähriger Mann. Meine Befürchtung, dass er als Helfer arrangiert wurde, erfüllte sich zum Glück nicht.

Er sagte: „Alles gud?“
Ich antwortete: „Jo, bei Ihnen auch?“
„Si, aug alles gud!“
„Sie sprechen deutsch?“
„Ick war in deutscher Gefangenschaft!“

Oh je“ dachte ich: „Jetzt kommen die alten Geschichten!“ Darauf hatte ich nun überhaupt keinen Bock und erst recht nicht im gebrochenen deutsch.

„Aber niggt alles war schleggt!“

Während ich noch überlegte, was ich denn antworten könnte, kamen zwei weitere Männer auf dem Bauhof an.

Ich fragte den Alten:“Gehören die hier dazu?“
Si, die kommen von hier!“

Ich ging zu der „Bauhoftruppe“ und begrüßte die zwei neuen freundlich: „Buon Giorno!“
Statt eines Grußes bekam ich zur Antwort: „Quanto?“
Ich antwortete: „Cinquecento!“
Cosa?“
Si, Cinquecento!“

Nun wollte mir der Mann verständlich machen, dass ich doch beim Entladen der Tonnen mit helfen sollte.
Ich sah Ihn erstaunt an und antwortete: „Non capisco!“

Dann lies ich Ihn stehen und ging zu dem Alten zurück. Irgendwie hatte ich jetzt doch Lust auf die alten Geschichten…

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2 Antworten

  1. Wie schnell sich doch die Ansichten ändern können. 😉

  2. richtig, Einheimische sprechen oftmals so undeutlich und drücken sich unklar aus 😀

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