Scheiss auf die Firma…

…dachten sich in der Nähe von Erfurt zwei Männer, die Diesel aus einem Lkw abzapften und dabei von der Polizei erwischt wurden.
Der eine erkärte gegenüber den Beamten, dass er der Fahrer sei.
Da er mit dem Lkw sehr sparsam gefahren sei, beanspruche er den eingesparten Diesel nun für sich…

Noch 3 Stunden

Hm, irgendwie ist das Bild unscharf:

Egal, noch 3 Stunden und dann ist Wochenende…

Ausnahmen bestätigen die Regel

Die meißten Firmen in Italien schliessen von 12.00 Uhr bis gegen 14.00 oder 14.30 Uhr Ihre Tore: Mittagspause ist angesagt. Das ist auch für mich die Zeit, in der ich meine Augen schließen kann 😉

Es gibt jedoch Tage, da will möchte man noch unbedingt vor der Pause be- oder entladen werden. Blöd nur, wenn die Ankunftzeit laut Navi und eigener Berechnung nur 15 oder 20 Minuten vor Beginn der Pause liegt.

Kennt man die Firma, ist das in der Regel kein Problem. Man kennt den Weg, weiß wo und bei wem man sich in der Firma melden muß und wie man die Leute dort „zu nehmen hat“.  Das heißt, ob man forsch und direkt auftreten sollte oder eher zurückhaltend und bittend ( bitte nicht verwechseln mit betteln, dass habe ich noch nie gemacht und werde ich auch nie machen).

Selbst Kunden relativ schnell zu finden, die man (noch) nicht kennt, ist in heutiger Zeit dank Navigationsgerät in der Regel auch kein Problem mehr.

Aber wie heißt es so schon: Ausnahmen bestätigen die Regel…

Per Telefon bekam ich von meinem Disponenten den Auftrag, in Fara Fillorum Petri, einem kleinen Ort zwischen Pescara und Rom, in den Abruzzen gelegen, zu laden.

Ort und Strasse ins Navi eingegeben: Navi suchte, Navi fand, Ankunftszeit gegen 11.30 Uhr – wunderbar.

Dort angekommen führte mich das Teil in die Ortsmitte. Die Strassen wurden nicht nur enger, sondern auch steiler und zu allem Überfluss war auch noch Markttag.

Also halten, aussteigen und fragen: der Verkäufer am ersten Stand besah sich meine handschriftlichen Notizen, schüttelte mit dem Kopf und brüllte die gesuchte Strasse in Richtung Nachbarstand. Der dortige „Marktmensch“ war aber anscheinend schwerhörig, denn ich hörte als Antwort nur einen Laut, der dem deutschen „Häh“ ähnlich klang.

Immerhin hörte er das Hupen einiger Pkw, die sich durch meinen Lkw gestört fühlten, denn sein Blick wanderte in die Richtung, aus der das Hupen ertönte.
Ich hielt Ihm trotzdem meinen Zettel unter die Nase, dass Ergebniss war aber wiederum nur ein Kopfschütteln.
Eine Kundin dieses Mannes empfahl mir dann, es in einer Bar zu versuchen. Diese läge im oberen Teil des Ortes und die Wirtin würde alles und jeden in der näheren und weiteren Umgebung kennen.
So habe ich die zumindest verstanden.

Ich fuhr den Lkw erstmal zur Seite. Das Hupen der Pkw verstummte und ich versuchte den Lkw rückwärts in eine noch engere Gasse zu bugsieren.
Nachdem eine Marktfrau Ihren Stand mit Unterwäsche teilweise abgebaut hatte, gelang mir das auch relativ gut.
Mittlerweile war es 11.37 Uhr…

Irgendwie fand ich auch diese Bar nicht sofort. Also hielt ich an einer Autowerkstatt und fragte den dortigen Schlosser. Auch der schüttelte nur den Kopf.
Ich fragte Ihn nach der Bar. Aus seinem Mund kam ein langgezogenes „Aah“ und er bedeutete mir, weiter zu fahren.
Mittlerweile war es 11.42 Uhr…

Weiter oben „entdeckte“ ich die Bar an einer Strassenkreuzung. Ich hielt, ging hinein und zeigte der Inhaberin meinen Zettel. Sie überlegte kurz und erzählte irgendetwas von „Plastica“ und „Azienda“ und „Problema“.
„Problema“? Nee, dass wollte ich nicht hören.

Dann ging Sie nach draussen, ich folgte Ihr. Sie zeigte mit Ihrem Arm die Strasse entlang und erzählte irgendetwas von „duecento“ (zweihundert).
Ich bedankte mich artig und fuhr langsam weiter.
Mittlerweile war es 11.46 Uhr…

Auf der linken Seite sah ich eine Firma: „Maxplast Industriale„! Hm, keinerlei Ähnlichkeit mit dem Namen der Firma, bei der ich laden sollte.
Also wieder halten, aussteigen und nachfragen: im Lager hielt ich einem Staplerfahrer den Zettel unter die Nase.
Er las und deutete Richtung Rampe. Ich sagte: „Nix hier, sondern da“ und zeigte dabei mit einem Finger auf den Zettel.
Er sagte: „Si, Maxplast kabuutt. Du hier richtig!

Ich ging zum Lkw, öffnete die Türen vom Auflieger und fuhr rückwärts an die Rampe.
Mittlerweile war es 11.52 Uhr…

Eigentlich rechnete ich nicht mehr damit, noch vor der Pause beladen zu werden. Aber die Rampe senkte sich und der Stapler brauste schon mitsamt Fahrer und dem ersten Stapel Paletten in Richtung Auflieger.

Ich zeigte auf das Schild, auf dem die Ladezeiten standen:
8.00 – 12.00 und 14.00 Uhr – 16.30 Uhr

Der Staplerfahrer winkte ab und sagte: „Wenn Du fertig, dann ich Pause„!

Ausnahmen bestätigen halt die Regel…

Fundstücke Teil XIII

Wim Delvoye, ein belgischer Künstler, hat mit einer „Laserkanone“ Metallkunstwerke hergestellt. Diese Lkw und Baumaschinen stehen nun mit Lochmustern verziert, in einem Museum.

Lkw Kunst

Milch im Blut

Die Website „www.die-topnews.de“ berichtet über den Fahrer eines Milchlasters, der mit 1,9 Promille Alkohol im Blut in der Nähe von Neustrelitz von der Polizei gestoppt wurde.
Der Führerschein des Mannes wurde sofort eingezogen und Anzeige erstattet. Ein Ersatzfahrer musste den Lkw dann abholen.

Ich will das nicht verharmlosen: nur hätte er einen Bierlaster fahren sollen – da wäre er wenigstens an der richtigen Quelle gewesen…

Dr. Dieselherz

Es war einmal ein renommierter Zürcher Herzchirurg.

Er machte eine Ausbildung zum Herzchirurgen am Universitätsspital Zürich und an der University of Alabama at Birmingham (Alabama, USA).
Später war er als Oberarzt für Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich tätig. Er gründete zusammen mit 4 Berufskollegen das HerzZentrums Hirslanden Zürich.
Bis zum 31. Dezember 2002 war er dort als selbständiger Herzchirurg tätig, über mehrere Jahre als Leitender Partner des HerzZentrums mit insgesamt 32 Mitarbeitern.

Dann, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, unternahm dieser renommierte Zürcher Herzchirurg einen spektakulären Routenwechsel: Gerade 57 Jahre alt geworden, tauschte er das Skalpell mit vierhundertsechzig Pferdestärken, den weißen Arztkittel mit einem blauen Overall, den großen Verdienst gegen einen schmalen Lohn.
Seither fährt Dr. med. Markus Studer mit einem silbernen Stern an seiner Zugmaschine kreuz und quer durch Europa.

Dabei begleitete Ihn eine Zeit lang der Autor Markus Maeder. Er erlebte dabei den Alltag der Fernfahrer – geschlafen wurde im Lkw, geredet während der Fahrt, getankt dort, wo der Diesel am günstigsten ist.
Die Verpflegung erfolgte am Steuer, in Truckstops oder an einem der Plätze, die Dr. Studer während seiner über 500’000 Kilometer, die er inzwischen durch ganz Europa gefahren ist, aufgespürt hat.

Markus Maeder brachte seine Eindrücke und Erlebnisse unmittelbar zu Papier. Das Buch (ca. 250 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag) erscheint Anfang September:

Vom Herzchirurgen zum Fernfahrer: Der Spurwechsel des Dr. med. Markus Studer – Ein Bordbuch

Deshalb überhole ich

Warum überholen sich Lkw eigentlich gegenseitig, obwohl der Geschwindigkeitsunterschied des überholenden manchmal nur minimal größer ist?

Weil der vordere ein winziges Stück langsamer ist und beim Beschleunigen des hinteren der vordere dem hinteren direkt vor der Nase rumfährt – und das nervt.

Es gibt im Alltag wohl kaum eine Bedrängnis, die so viele Stresshormone ausschüttet, wie wenn man kilometerlang hinter einen anderen Auto oder Lkw hinterherfahren muß.
Also wird überholt.

Danach kann man sein Auto oder Lkw wieder drosseln, denn endlich hat man Ruhe: zumindest bis der soeben Überholte neben uns wieder auftaucht.

Denn der kann nicht anders – er muß unbedingt überholen…