Überholen verboten

…und es ist doch verboten: Denn laut Wikipedia bezeichnet man das Vorbeibewegen an einem auf dem selben oder benachbarten Fahrstreifen in dieselbe Richtung fahrenden anderen Fahrzeug als überholen, im Gegensatz zum Vorbeifahren, das sich auf ein (nicht verkehrsbedingt) haltendes bzw. parkendes Fahrzeug bezieht.

Fundstücke Teil XIII

Wim Delvoye, ein belgischer Künstler, hat mit einer „Laserkanone“ Metallkunstwerke hergestellt. Diese Lkw und Baumaschinen stehen nun mit Lochmustern verziert, in einem Museum.

Lkw Kunst

Dr. Dieselherz

Es war einmal ein renommierter Zürcher Herzchirurg.

Er machte eine Ausbildung zum Herzchirurgen am Universitätsspital Zürich und an der University of Alabama at Birmingham (Alabama, USA).
Später war er als Oberarzt für Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich tätig. Er gründete zusammen mit 4 Berufskollegen das HerzZentrums Hirslanden Zürich.
Bis zum 31. Dezember 2002 war er dort als selbständiger Herzchirurg tätig, über mehrere Jahre als Leitender Partner des HerzZentrums mit insgesamt 32 Mitarbeitern.

Dann, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, unternahm dieser renommierte Zürcher Herzchirurg einen spektakulären Routenwechsel: Gerade 57 Jahre alt geworden, tauschte er das Skalpell mit vierhundertsechzig Pferdestärken, den weißen Arztkittel mit einem blauen Overall, den großen Verdienst gegen einen schmalen Lohn.
Seither fährt Dr. med. Markus Studer mit einem silbernen Stern an seiner Zugmaschine kreuz und quer durch Europa.

Dabei begleitete Ihn eine Zeit lang der Autor Markus Maeder. Er erlebte dabei den Alltag der Fernfahrer – geschlafen wurde im Lkw, geredet während der Fahrt, getankt dort, wo der Diesel am günstigsten ist.
Die Verpflegung erfolgte am Steuer, in Truckstops oder an einem der Plätze, die Dr. Studer während seiner über 500’000 Kilometer, die er inzwischen durch ganz Europa gefahren ist, aufgespürt hat.

Markus Maeder brachte seine Eindrücke und Erlebnisse unmittelbar zu Papier. Das Buch (ca. 250 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag) erscheint Anfang September:

Vom Herzchirurgen zum Fernfahrer: Der Spurwechsel des Dr. med. Markus Studer – Ein Bordbuch

Deshalb überhole ich

Warum überholen sich Lkw eigentlich gegenseitig, obwohl der Geschwindigkeitsunterschied des überholenden manchmal nur minimal größer ist?

Weil der vordere ein winziges Stück langsamer ist und beim Beschleunigen des hinteren der vordere dem hinteren direkt vor der Nase rumfährt – und das nervt.

Es gibt im Alltag wohl kaum eine Bedrängnis, die so viele Stresshormone ausschüttet, wie wenn man kilometerlang hinter einen anderen Auto oder Lkw hinterherfahren muß.
Also wird überholt.

Danach kann man sein Auto oder Lkw wieder drosseln, denn endlich hat man Ruhe: zumindest bis der soeben Überholte neben uns wieder auftaucht.

Denn der kann nicht anders – er muß unbedingt überholen…

Von Topfdeckelfrisuren und leitenden Mitarbeitern

Ladestelle in einem größeren Werk in der Nähe von Dillenburg. Ich komme an und die Schranke schließt sich. Also Lkw abstellen und zum Pförtner dackeln:

Tag, ich soll Leergut für Italien laden!“
Fahr zum Versand und melde dich dort“!
Wo ist der?“
Warst Du noch nicht hier?“
Hätte ich sonst gefragt!“

Kurze Zeit später im Versandbüro:

Tag, ich soll Leergut laden für Italien!“
Sind wir nicht zuständig!“
Ahso, wer denn sonst?“
Ein Büro weiter!“

Also 10 Meter ins Nachbarbüro gedackelt. Ein Mann mit einer eigenartigen Topfdeckelfrisur sah mich mit großen Augen an:

Tag, ich soll Leergut für Italien laden!“
Wer schickt Dich hierher?“
Die vom Büro nebenan!“
Wir haben nichts für Italien!“
Aha!“

Plötzlich verlies er seinen Schreibtisch und kam auf mich in einer Geschwindigkeit zu, die jeder Schnecke Konkurrenz machen würde.
Ich wich instinktiv einen Schritt zurück.

Nun wies er mich an, Ihm zu folgen. Er ging ins Lager, ich folgte Ihm unauffällig.

„Frag mal den Staplerfahrer da hinten!“

Also ging ich zum Staplerfahrer:

Tag, ich soll Leergut für Italien laden!“
Weis ich nix von. Wer hat dich denn hierher geschickt?“
„So ein Kunde mit einer eigenartigen Topfdeckelfrisur!“
Der hat eh keine Ahnung!“
„Wundert mich nicht!“

Also wieder ins Büro geschlurft – mittlerweile war ein „leitender“ Mitarbeiter der Versandabteilung anwesend.

Tag, ich soll Leergut für Italien laden!“
Wer hat Dich denn zu uns geschickt?“
Euer Pförtner!“
Ja, aber von wem hast Du den Ladeauftrag?“
Von meiner Disposition!“
Dann ruf die mal an und frage nach, wo Du laden sollst!“

So ging ich zum Lkw und telefonierte mit meiner Dispo.

Tag, ist der Markus da?“
Nein, der ist kurz ausser Haus. Aber kann ich Dir helfen?“
Also, hier bei R. weiss keiner was von dem Leergut!“
Ich ruf da mal an!“
Joa!“

5 Minuten „Däumchen gedreht“ und wieder zu diesem Büro gedackelt. Inzwischen war diese eigenartigen Topfdeckelfrisur wieder anwesend.

Meine Firma hat hier angerufen. Jetzt müßtet Ihr wissen, was ich laden soll!“
Hier hat niemand angerufen!“
Ich habe eben mit denen telefoniert und…!“

Weiter kam ich nicht, denn diese eigenartigen Topfdeckelfrisur setzte sich wieder in Bewegung. Er schlich an mir vorbei in Richtung Lager. Ich folgte…

Im Lager trafen wir auf den „leitenden“ Versandmitarbeiter. Die eigenartige Topfdeckelfrisur meldete sich zu Wort:

Der ist nervös. Angeblich hätte seine Firma bei uns angerufen. Hier hat aber niemand angerufen!“
Hä, wo bin ich nervös?“

Der „leitende“ Versandmitarbeiter winkte ab und erzählte mir irgendetwas davon, dass die Firma R. schliesslich viel größer wäre, als die Firma für die ich fahre und man deshalb nicht alles wissen könnte.
Ich entgegnete: „Groß ist nicht immer gut!“
Irgendwie verstand er meine Antwort nicht richtig und fragte nach, was ich gesagt habe. Ich anwortete: „Nix, schon gut!“

Ich ging wieder zum Lkw, um ein weiteres Mal mit meiner Disposition zu telefonieren. Dort nannte man mir die Namen von zwei Personen, die „von der Sache“ wußten.

Auf dem Weg zurück zum Büro kam mir der „leitende“ Versandmitarbeiter entgegen, um mir freudig mitzuteilen, dass er jetzt wüßte, welche Abteilung für mich und mein Leergut „zuständig“ wäre und man dort schon auf mich warten würde.

Der Rest ging relativ fix…

Fundstücke Teil X

Diesen Kipper der Marke KrAZ entdeckte ich auf einen alten Schotterplatz im Norden von Erfurt. Irgendwie fristet das Teil dort seine letzten Jährchen, obwohl er noch zugelassen ist.

Auffällig sind die relativ schmalen Räder auf der Vorderachse. Die Lenkhilfe war sehr ungenau, da diese nur eine luftunterstützte Lenkung war. Diese wurde wegen der stark „wackelnden“ Vorderräder deshalb oft als defekte Lenkung missverstanden.

Ein KrAZ-255 Tanklastzug schaffte es sogar in ein Video der Band t.A.T.u.

Die Ernüchterung

Gestern abend meldete sich ein türkischer Lkw – Fahrer bei der Polizei in Straelen und gab an, Klopfgeräusche aus seinem Sattelanhänger zu vernehmen.

Als Polizisten daraufhin nachschauten, entdeckten Sie zwei Männer im Alter von 18 und 32 Jahren, die indischer und pakistanischer Herkunft sind. Beide verfügten über keinerlei Grenzübertrittspapiere.

Neben einem Strafverfahren welches die Männer nun erwartet gaben sie an, dass sie eigentlich versteckt auf dem LKW nach Spanien fahren wollten. Die zur Zeit in Deutschland herrschenden, hohen Temperaturen ließen sie vermuten, dass sie sich in Spanien befänden, bevor sie sich durch Klopfen bemerkbar machten.